Balzac und die Totalität der Welt: Lukács

Mit der Serialität von Fernsehserien kam wieder das Interesse an der Totalität des Erzählens in die Debatte, die mit Hegels „objektivem Erzählen“ das Epos meinte und damit eine Einheit, eine Form der Gesellschaft, welche doch in der Spät- und Postmoderne durch Differenzkonzepte im politischen Denken ersetzt wurde.

Bei der Lektüre von Georg Lukács’ Theorie des Romans begegnet mir Balzac im Kapitel „Versuch einer Typologie der Romanform“, mit einer doppelten Paradoxie, er schreibt, „Episch gestaltet ist doch nur das einzelne, das Ganze ist nur zusammengefügt“. Das heißt auch, das Einzelne hat nicht mehr, wie bei Torquato Tassos Discorsi über das Epos, die Spannung zwischen Vielheit und Einheit zu halten, denn kein Teil hat bei Balzac mehr Notwendigkeit in Bezug auf das Ganze. Totalität ist bei Balzac nurmehr „Ahnung eines Lebenszusammenhangs,, […] großer lyrischer Hintergrund“. Deshalb schreibt Lukács:

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